128
Astorre riß ihn ab und schleuderte ihn.
Ascanio stürzte an das offene Fenster, durch wel-ches der Ring gesprungen war. „Er ist in eineSpalte zwischen zwei Quadern geglitscht," sprach esaus der Gasse herauf. Ascanio erblickte Turbane undEisenkappen. Es waren die Leute des Vogtes, welcheihre nächtliche Runde begannen.
„Auf ein Wort, Abu Mohammed!" rief er, raschbesonnen, einen weißbärtigen Greis, der höflich erwi-derte: „Dein Wunsch ist mir Befehl!" und mit zweiandern Sarazenen und einem Deutschen im Thore desPalastes verschwand.
Abu-Mohammed-al-Tabib überwachte nicht nur dieSicherheit der Straße, sondern betrat auch das In-nerste der Häuser, um Reichsverräther — oder wasder Vogt so benannte — zu verhaften. Kaiser Frie-drich hatte ihn seinem Schwiegersöhne dem Tyrannengegeben, damit er diesem eine sarazenische Leibwachewerbe, und an deren Spitze war er in Padua ver-blieben. Abu Mohammed war eine feine Erscheinungund hatte gewinnende Formen. Er nahm Antheil andem Schmerze der Familie, deren Glied er in denKerker oder zum Blocke führte, und tröstete die be-