Buch 
Novellen / von Conrad Ferdinand Meyer
Entstehung
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beiläufig, wie kommt es, Julian, daß ich, neulich indeinem Schulhaus einen Besuch machend, um dir dieVorlagen zu bringen, dich unter lauter Kröten fand?Dreizehn- und vierzehnjährigen Jüngelchen? Paßt sichdas für dich, dem der Flaum keimt und der ein Lieb-chen besitzt?"

Dieser plötzliche Ueberfall rief den entgegengesetztenAusdruck zweier Gefühle auf das Antlitz des Jünglings:eine glückliche, aber tiefe Scham, und einen gründlichenJammer, der überwog. Julian seufzte. „Ich bin zu-rückgeblieben," lispelte er mit unwillkürlichemDopPelsinne.

„Dummheit!" schimpfte Mouton. „Worin zurück-geblieben? Bist du nicht mit deinen Fahren gewachsenund ein schlanker und schöner Mensch? Wenn dir dieWissenschaften widerstehen, so beweist das deinen ge-sunden Verstand. Meiner Treu! ich hätte mich als einBärtiger oder wenigstens Flaumiger nicht unter dieBuben setzen lassen und wäre auf der Stelle durch-gebrannt."

„Aber, Mouton," sagte der Knabe, „der Marschall,mein Vater, hat es von mir verlangt, daß ich noch einJahr unter den Kleinen sitzen bleibe. Er hat michdarum gebeten, ihm diesen Gefallen zu thun." Er sagte