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Geschichte der Plastik von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart / dargestellt von Wilhelm Lübke
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Zweites Buch.

Denkmale

Trajans.

Trajans-

slntle.

sieht, wie unbeholfen diese römisclie Kunst wird, sobald man griechischeEinfachheit, Verzicht auf malerische Wirkung von ihr verlangt.

Fig. 101). Relief vom Bogen des Titus. Rom.

Aus der Zeit Trajans stammt das Meiste des plastischen Schmuckesam Bogen des Constantin zu Korn, für dessen Ausstattung ein Trajans-bogen geplündert worden ist. Das Vorzüglichste sind an den innerenWänden die Hochreliefs des triumphirend einziehenden Kaisers und einerleidenschaftlich bewegten Reiterschlacht, die bei völlig malerisch gehäufterAnordnung durch eine Fülle energischer und ergreifender Motive, sowiedurch feuriges Leben den Beschauer fesselt. An den beiden Stirnseitensind die acht Reliefplatten der Attika und die acht Medaillons über denSeiteneingängen, ferner die charakteristischen Statuen besiegter Barbaren,welche auf Postamenten über den Säulen stehen, ebenfalls vom Trajans-bogen. Die Reliefs der Attika schildern Scenen aus dem öffentlichenLeben des Kaisers: seinen Triumph über die Dacier, den Ausbau der ViaAppia, die Sorge für die Waisen, das Gericht 'über einen vornehmenDacier, die Einsetzung eines Rartherkönigs, die Gefangennahme mehrererFeinde und ein Stieropfer, Alles in kräftigem, etwas überladenem Relief.In den Medaillons werden überaus lebendig und mit geschickter Raum-benutzung Vorgänge des kaiserlichen Privatlebens, namentlich Jagdenund Opfer geschildert. — Ungleich einseitiger im schärfsten Realismussind sodann die spiralförmig angeordneten Reliefs behandelt, welche dieTrajanssäule auf dem Forum des Kaisers schmücken. Das Monumentwelches im Jahre 113 n. Chr. zum Andenken des glücklich beendigtenPartherkrieges errichtet wurde, enthält in ununterbrochenem Reliefzugein über hundert Compositionen von etwa drittehalb tausend einzelnen Fi-