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chen und unbeschreiblich schnell auf den Füßensind. Man muß von .den Tactarn sagen, daßsie mit ihren Pferden fast eben so, wie die Ara-ber in Gemeinschüft leben. Wenn sie kaum sie-ben oder acht Monate alt sind, fangen sie schonan ihre Kinder darauf zu setzen, welche sie ab-wechselnd bald langsam spatzieren reiten bald ei-ne Weile starker laufen lassen. Dieß ist ihreArch sie nach und nach abzurichten. Sie bekom-men dübey ungemein wenig zu fressen. Ehe sieaber solche zum Rennen besteigen, pflegen sieihnen zum wenigsten sechs auch wohl siebenJahre Zeit zu geben. Hernach aber müssen sieunglaubliche Strapazen ausstehen *). Man laßtsie wohl Zwey bis drey Tage ohne Unterlaß fort-laufen, vier oder fünf Tage leben, ohne sie mitetwas anderem, als alle acht Stunden mit ei-ner Handvoll Gras zu füttern, oder ihnen un-ter vier und zwanzig Stunden etwas zu saufenanzubiethen. Eben diese Pferde, die in ihremVaterlands nicht bloß dem Scheine nach, sondernin der That sehr dauerhaft und so gut beyKräften sind, gehen gänzlich ein, sobald sie nachChina oder nach Indien gebracht werden; destobesser aber pflegen sie in Persien und in derTürkey fortzukommen. Die kleinen Tartarn ha-ben auch eine Art kleiner Pferde, welche siedermaßen in Ehren halten, daß es nie erlaubtwird, ein einziges an Fremde zu verkaufen. Ue-berhaupt entdecket man an diesen alle die gutenund schlechten Eigenschaften, die an den Pfer-den der großen Tartarey beobachtet werden, zum
sichern
*) S kalskox I. c. v. HsH- Necueil äss VoxLßes äuL Ryuen 1716. Itom. lll. p. rZ6. tsverniei I.
c. I. I. p. H72. elc. Uiit. xenersi» ürs Vo/sres lom.
IV. x. 60Z. tom. VI7. x. 214»