Pferd.
90
hat. ES gibt wenig Pohlen, die nicht, auch beyder freundlichsten und vorzüglich äußerst vorsich-tigen B ehandlung, bey jcoem Geschäft am Kopfe,noch in ihren alten Tagen, wenigstens das Schnel-len nur dem Kopfe, beybehalten harten, wennman sich ihnen von vorne nähert, um etwas andem Joum oder der Halfter ordnen zu wollen.
Äan kann übrigens noch behaupten, daßes nich: einen einzigen Pohlen gibt, der, wenner aus reiner Abstammung dieser Raße entsprun-gen ist. nicht leine besonderen Unarten hätte, diebald mehr, bald weniger gefährlich für seinen.Warrer werden können. Wie selten gibt esPyblen, die sich willig puhen lasten; wie viele,dir sich nicht gut satteln und packen, und nochmehrere, die sich nicht gut aufzäumen lassen, diebeym Beschmgen nicht stehen, die sich im Stalleauf die geschickteste Weise ihrer Halfter zu ent-ledigen wissen, die Leder fressen, die nicht gutaus und in ven Stall gehen, die sich von Nie-manden als von ihrem Wärter füttern lassen,die nicht hauen, nicht schlagen, nicht beißen, oderden Fremden, der sich ihnen nähert, nicht an dieWand ihres Standes drangen? Und dieß allesnicht nur in dem Zustande ihrer Rohheir, nein,die bey aller liebevollen Behandlung und bey al-len zweckmäßig angebrachten Strafen diese Feh-ler bis in ihr Alter beybehielten.
Einige dieser Unarten findet man sogar sohäufig bey ihnen, daß jeder Privatmann, dermehrere pohlnische Pferde in seinem Stall ge-habt hat, Beweise hierzu wird aufstellen können;vorzüglich ist ihnen der Fehler, daß sie sich vonniemanden als ihrem Wärter puheri, satteln undaufzäumen lassen, eigen, und selbst dieser mußbey .diesem Geschäfte die größte Vorsichtigkeit
beob-