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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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Pferd. 19 z

.... . Wird die senkrecht herablaufende Richtungder Schenkel durch auswärts gebogene Knieunterbrochen, so sagt man von einem Pferdemit diesem Fehler: „es ist bockbeinig, öder vor-hcrgängig." Gewöhnlich ist dieser Mangel eineFolge, des vielen Dienstes, den man vorzüglichbey sehr gebrauchten Reitpferden findet. Jedochgibt es auch Falle, wo er erblich zu. seyn schei-net, wenigstens von den Voraltern des Thieresherzuleiten ist, wenn auch der Vater des bockbei-nigen Fohlens von diesem Fehler frey ist. Roß- ^tau scher verstecken diesen Fehler dadurch, daß sie. das Pferd durch die Sporen und die Peitschein einer steten unruhigen Bewegung erhalten,die den Käufer an der genauen Besichtigungder Schenkel hindert. Pariren sie das Pferd,so stellen sie es, indem es sich ausstrecken muß,so, daß es mit den Vorderschenkeln höher alsmit den Hintern stehet» wodurch dieser Fehlerweniger ins Gesicht fallt. '

. Sind die Knie zuviel rückwärts gebogen,so Nennt man sie eingebogene oder zUrückge-bogene I>nie. Dieser Fehler ist dem erster»entgegengesetzt; ungeachtet er kein Beweis vonder frühzeitigen Anstrengung und dem vielenGebrauche des Thieres ist, so ist er doch vonweit nachtheiligeren Folgen als der erstere. Pfer-de mit diesem Fehler haben nie einen festen,sichern Gang; ihre Bewegungen sind gehemmt,da durch die fehlerhafte Richtung der Kniekno-chen die Beugesehne ausgedehnet, und die Aus-strecksehne zu sehr angespannt wird.

Um diesen Fehler zu verbergen, nützen be-trügerische Roßtäuscher den Vortheil, daß siedas Thier mit den Hinterschenkeln höher als mitden vorder» stellen; eine Stellung, die den Feh-

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