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Das Pferd und die Pferdezucht, oder Beschreibung der merkwürdigsten Racen, der Eigenschaften, Vollkommenheiten und Fehler, so wie der Zucht, Fütterung und Wartung der Pferde in verschiedenen Ländern / von Heinrich Gustav Flörke
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Pferd. 199

und entstehet daher, daß die Muskeln die Schul-terblätter zu fest ün den Rippen halten, oderer ist auch eine Folge, vorn Alter, von übertrie-bener Arbeit und Strapaze, wodurch die Gru.nd-fasern vertrocknen, hart, unbeweglich und steifwerden. Pferde, die aus der ersten oder zwey-ten Ursache zu wenig Bewegung in den Schul-tern haben, haben einen gezwungenen wenig räu-menden Gang, denn die Bewegung der sämmt-lichen Gliedmaßen des ganzen Schenkels geschiehtmit der Schulter so übereinstimmend, daß durch-aus eine unangenehme und fehlerhafte Bewe-gung des ganzen Schenkels erfolgen muß, so-bald diese keine angemessene Bewegungsfreyheit hat.

Bey jungen noch rohen Pferden darf mandie freye Bewegung der Schultern nicht erwar-ten, die man bey abgerichteten Pferden untereinem guten Reiter wahrnimmt, wozu sie nurdie Reitkunst geschickt macht. Alle diese nochungelernten- Thiere tragen ihre Last zu viel aufdct Vorhand; die Schultern sind nicht frey,nicht.entbunden, da ihre eigene Schwere durcheine geschickte Ausübung der höhern Reitkunstnoch nicht ins Gleichgewicht gesetzt, und ihreSchultern beweglich und gelenk.am gemachtworden sind.

Nicht selten findet man an den Schulterndie zurückgebliebenen Narben von einem Haar-seil oder Fonranell, — ein Zeichen, welches unsimmer mißtrauisch und vorzüglich aufmerksamauf die freye Bewegung der Schenkel machenmuß; da man.diese Operationen in dieser Ge-gend gewöhnlich als Heilmittel steifer oder.ver-schlagener Schenkel anwendet, — Gebrechen, dieman Die wenigsten Mahle ganz zu heben imStande ist.

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