Pferd. 267
An Pferden, welche fette Kniee haben, undschwere Geschäfte verrichten, finden sie sich meh-rentheils ein; doch aber können sie auch bey denbesten Pferden und bestgebaüken Knieen entste-hen, wenn die Theile durch heftige Anstrengun-gen zu viel ausgedehnt werden.
- Man theilt die Flußgallen in einfache unddoppelte; einfach heißen sie, wenn sie nur ander-äußern Seite, und doppelt, wenn sie anderinnern zugleich vorhanden sind. Kommen diesebeyden Geschwülste in der Mitte zusammen, sowerden sie auch durchgehende Gallen genannt.
Die einfachen Gallen übersieht man beygewöhnlichen Pferden, wenn sie nicht zu großsind, indem sie mehr das Auge des Kenners be-leidigen, als schaden. Erreichen aber die dop-pelten eine beträchtliche Größe, so wird die Be-wegung des Schenkels gehemmt, der Schenkelsteif, und ,das Pferd lahm.
Diese Gallen enthalten entweder ein lym-phatisches Wasser, oder eine Art Gelenkschmiere.Das erste hat seinen Sitz im Fachergewebe,und entsteht von einer zu starken Erschlaffungder. Waffergefqße. Das letzte, die sogenannteGelenkschmiere, oder Gliedwasser, hat seinenSitz in der Gelenkhöhle selbst, wo-es sich zuviel anhäuft ünd'bas Kapselband ausdehnt. Unddiese letztem uyigeben gemeiniglich, das ganzeGelenk, und machen das Pferd lahm. Oeffnetman sie, so lauft das Wasser zwar heraus, manhat aber zu befürchten, daß ein unheilbarer Fi-stelschaden dadurch entstehet, weil sich das Kap-selband mit der Hüut so verbünden - hat, daßlüan eines nicht füglich öffnen kann, ohne daSandere zu beschädigen.
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