Zl6 Pferd.
Das Wiehern hört man von Wallachenund Stuten viel seltner, als von Hengsten, dieauch eine weit vollere und tiefere Stimme, alsjene haben. Ueberhaupl lassen sich fünferley Ar-ten des Wieherns unterscheiden, deren Abände-rungen durch die unterschiedenen Leidenschaftenbestimmt werden *). Bey dem freudigen Wie-hern ertönet die Stimme ziemlich lange; sie steigtund verliert sich in höhecn Tönen, das Pferdpflegt zugleich auözuschlagen, aber nicht heftigund mehr aus Muthwillen, als in der Absicht,Schaden zu thun. Bey dem Wiehern ausVerlangen, entweder nach einer Stute oder sonstnach etwas, schlägt ein Pferd nicht aus, dieStimme läßt sich dabey lange hören und endigtsich in tiefern Tönen. Das zornige Wiehern,wobey das Pferd gefährlich ausschlägt und umsich hauet, wird in einem hohen Ton sehr kurzabgebrochen. Das furchtsame Wiehern, wobeydas Pferd ebenfalls ausschlägt, währet nichtlänger, als das zornige. Es geschieht mit einerjiefen, rauhen Stimme, welches fast gänzlichdurch die Nase heraus zu gehen scheint. Bey-nahe gleicht es dem Brüllen eines Löwen. Dasschmerzliche Wiehern ist mehr ein Stöhnen oderSchnarchen, welches mit einer tiefen Stimme,nach den Abwechselungen des Aus- und Einath-mens, absatzweise geschieht. Ueberdieß hat mandie Pferde, welche, besonders aus Muthwillenoder Verlangen, oft wiehern, immer als die be-sten und edelmüthigsten gefunden. Die Stimmeder Hengste tönt viel stärker, als der Wallachen
und
*) S. Lsrsrnug 6« rerum vsrietste I.ik. VII. c. I-r.Lonl. Heckerelres lur 1er Iz, Ous-
<1,upe<Ze! er <Ie ceÜL Äes oilesnx. (Besonders vom Wie-hern der Pferde) in den Allem. äe kc> 7 . ä,i 8<;.j?»r. 1758. «r Libj. äes ÜLienc. X, x. 285.