Pferd. -6-
'schön und geschickt ist, für 9 bis 14 Sclavenverkauft. Sobald ein Vornehmer ein Pferdkauft, laßt er seine Pferdebeschwörer kommen,diese zünden ein großes Feuer aus den Zweigeneines gewissen Baumes an, die einen dicken.Dampf machen, und über diesen Rauch halten'sie das Pferd bey dem Zaum, und sprechen da-bey gewisse Worte aus. Dann salben sie dasPferd am ganzen Leibe mit einem feinen Hehle,und verwahren es 20 Tage sehr sorgfältig, da-mit es niemand sieht. Zuletzt befestigen siean seinem Halse einige mohrische Beschwörun-gen, die wie viereckig zusammen gelegte Zettelaussehen, (sie heißen bey den Negern Grigrisoder auch Gregoriö) und mit rothem Leder be-deckt sind. Die Neger glauben, wenn sie dieseDmge am Halse haben, so könne ihnen nichtswidriges geschehen.
Die Buraken halten das Pferdefleisch fürden größten Leckerbissen. Sie traktiren bey ihrenHochzeiten damit, und Pferdemilch ist das Ge-tränk.
Die Usbekischen Tartaren haben Ueberflußan Pferden. Es gibt in diesem Lande auch vie-le wilde Pferde, welche die Tarrarn oft mit ih-ren Habichten fangen und tödren. In dem gan-zen Lande wachst kein Gras, sondern ein gewis-ses Kraut, welches sie abfressen, und davon diePferde fett werden. Die Tarrarn leben bloßvom Fleisch, und insonderheit ist das Pferdefleischihre Lieblingsspeise. Die Vornehmen essen denKopf, und die Geringeren das Fleisch. Ihr vor»mhmstes Getränke ist Pserdemilch, wovon siesich öfters berauschen.
Zn der großen Tartarey machen sie besser«Würste von ihren Pferden/ als von Schweinen.
Diese