Pferd. 785
serr Thieren, welche er auch scherzweise seine ge-treuesten Höflinge zu nennen pstegte.
Um zu erfahren , wie lange ein Pferd hun-gern könne, hat man in dem kayserl. königlichenTbier-Hospital in Wien, mit zwey Pferden, vondenen jedes in gleichem Grade mit. dem Roßbehaftet war, einen Versuch angestellt. Das er-ste, welchem zwar Wasser, aber außerdem keinanderes Nahrungsmittel gegeben wurde, lebtenoch iß Tage; das andere, welchem weder Was-ser, noch sonst etwas gereicht wurde, starb erstam 27sten Tage.
Das Sefamsche Pferd war ehemahls inRom so berühmt, daß jeder Römer von gutemTon davon zu sprechen wußte. Es stammte vonder berühmten Pferderaße her, die Herculesnach Diomeds Ermordung aus Thracien nachÄrgoö gebracht halte,' (denn auch die alten Rö-mer hatten so gut Stammbaume für ihre Pfer-de, wie für ihre Familien). Es war von ganzungewöhnlicher Größe, hatte einen sehr geboge-nen Hals, eine vorzüglich schöne Mahne, kurzalle Eigenschaften,- die zu einem vollkommenenPferde gehören. Nur ein schlimmer Umstandschien mit dem Besitze dieses Pferdes verbundenzu seyn,» daß nähmlich alle seine Besitzer einesunnatürlichen Todes starben. Cneius Hejus,sein erster Besitzer, von dem es seinen Nahmenführte, wurde auf die Anklage des Maxcus An-tonius zu einem schmählichen Tode verdammt.Zu dieser Zeit hörte der Consul Dolabella aufseiner Reise nach Syrien von dem Rufe diesesPferdes, und nahm ausdrücklich seinen Wegüber Argoö, sinn es zu besuchen. Er verliebtesich so sehr in dasselbe, daß ?r es für 100,000Sesterzien, etwa 4Y00 Thaler Hannöverischer
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