gi 6 Ta b. DXCII. Pred. Sal. Lap. 12. verf. i. 2.
Wir mögen durch mi, Ruach, denwind oderunsere Seele verstehen / so ist gewiß/ daß bey-derseits uns unbekannte/ grosse und herrlicheWercke GOTTES seyn. Der wind blä-set/wo er will/ und du hörest sein sausenwohl, aber du weißst nicht von wannener kommt, und wohin er fahret/ Joh. Z/8. GOTT ists / der den wind aus( heimlichen (Oerrern) seinen Schatz^Lam-mern hervor bringet/ Ps. iz 5 / 7 * Er hatdie winde gewogen / Hiob 28/ 25. Krafftdieser seiner Ober - Herrschafft muß derSturm - Wind sein Wort (Befehl) aus-richten/ Ps. 148/ 8. Verstehen wir aber denGeist oder die Seele des Menschen, so istder Satz abermalen unläuabar. Wie langezancken die Gelehrte schon über den Ursprungder Seelen/ und die Zeit ihrer Vereinigungmit dem Leibe/ ohne daß sie etwas gewissesherausgebracht ? Ob sie per rraclucem, wieman in Schulen redet/ von den Eltern aufdieKinder fortgepflantzet/ oder unmittelbar vonGOTT erschaffen werde?, Ob dieser Eingußder Seelen in den Leib gleich anfangs bey berEmpfängnis geschehe/ oder in der Helffte derSchwangerschafft / oder gegen dem Ende der-selben ? Oder ob sie bereits in der ersten gros-sen Schöpfung mit dem ihr gewidmeten/ un-endlich kleinen/ auch damals schon gebildeten
Cörperlein vereiniget worden ? Anderer Din-ge vor jetzo zu geschweigen/ welche das We-sen/ Wirckungen und Eigenschafften der See-le angehen/und uns gleichfalls unbekannt sind.Kommen wir aufdie Gebeine, nemlich derKinder in Mutter-Leibe/so müssen wir noch-mals mit dem wessen Königaestehen/ daß auchbis ein werck/ ja ein grosses Wercke GOT-TES seye. Die Zahl, Bildung/ allmähli-che Erhärtung der Gebeinen und übrigen Thei-len des Leibes geben einen unumstößlichen Be-weißthum der unendlichen Macht/ Weißheitund Güte GOTTES. Deine Hände/ sagtHiob/ haben mich (gearbeitet/) gestaltet/und mich zugleich um und um gemacher.Hast du mich nicht (gemolcken) gegossenwie eine Milch/ und wie einen Räß (las-sen) machen zusammen rinnend Mit Hautund Fleisch hast du mich überzogen/ undaus Beinen und Nerven hast du mich zu-sammen (gefüget) gesetzet/ Cap. 10, 8.10.11. So bleibet nicht nur der menschlicheLeib/ sondern alle Natur-Cörper ein verbor-genes Geheimnis / gleich einer Kunst-Uhr,deren endliche Bewegung wir zwar aussen amZeiger sehe»/ daß eigentliche innerliche Kunst-Werck hingegen allein dem Uhrmacher bekanntist.
wahre höchste Runst behält sich GOTT bevor:
^ Sreh stich und wundre nur an dem Runst - Lämmer - Thor.
TAB. DXCII.
Pred. Sal. Lap. 12. vers. i. 2.
Und nun sey deines Schöpfers einge-denck in deiner Jugend: Ehe danndie bösen Tage kommen, und ehe dieJahre herzunahen, da du sprechenwirst: Ich habe kein Gefallen anihnen.
Ehe die Sonn und das Licht, der Mondund die Sternen verfinstert werden,und die Molchen nach dem Regenwieder kommen.
Gedenche an deinen Schöpfer in deinerJugend, ehe dann die bösen Tagekommen,und die Jahre herzutretten,da du wirst sagen: Sie gefallen mirnicht.
Ehe denn die Sonne und das Licht,Mond und Sterne finster werden,und Molchen wieder kommen nachdem Regen.
in Jüngling! denck an GOTT noch vor den Alters-Tagen/
Darüber du gewiß zu seiner Zeit wirst klagen/
Wenn Sonne/Mond und Stern betrübtes Dunckel hegen/
Die wolcken wiederum ankommen nach dem Regen.
War ist unser gantzes Leben ein Jammer- Kranckheiten / doch sind die gröste und meistel Thal/ durch welches wir wandeln/ es Mühseeligkeiten dem so genandtenAlter eigen,1 ist auch ein jedes Alter seinen Beschwehr- dem hohen Alter, in welchem die subtileste Za-lichkeiten unterworffen ., seinen Schwach - und fern unsers Leibes nicht leichtlich mehr zu bie-gen.