28 Von der Wahl der Materie
sehen, der solche Materien abhandeln darf,„ und für etwas eine Hochachtung von uns cr-„ halten will, welche die heiligen Scribenten mit„ grosser Müh von uns bekommen können. „
Der muß wahrhaftig ein niedriges und ver,dcrbtes Hertz haben, der einige Ausmcrcksamkeitauf eine solche Schwierigkeit machet, welche dieelende Gewohnheit schaler Köpfe, so die Ge-schichte des Miltonischen Gedichtes zur Materieihres Gelächters mißbrauchen , zum Grund hat.'Diese-Leute, die Voltaire mit dem Dtel derwohlgezogensten Männer in beyden Religionenbeehret, sind vielmehr der Abschaum einer Na-tion , und die hohe Ehrfurcht, die sie dabey ge-gen die Religion behalten, erfordert eine starckeLeichtgläubigkeit von uns. Es muß einersehr un-besonnen und verkehrt seyn, wenn er für solchethörigtc Leute schreiben , oder seinen Ruhm aufihr Urtheil bauen will. Voltaire giebt durch sei,ne Reden zu verstehen , daß ihn die Betrachtungder Schwierigkeit, die er sich von feiten dieserseichten Spötter vorgestellet hat, von der Er,wehlung dieser Materie abgeschrecket hatte; aberer verräth dadurch, wie weit er an Großmüthig-keit hinter Milton zurück bleibet. Dieser sah inseiner Wahl alleine auf die Natur der Materieselbst , welche in dem höchsten Grade vortrefflichund einzeln ist ; eine solche zu verwerffen, weilsievon solchen Zotenreissern mißhandelt wird, odereine zu erwehlen , die denselben gefallen könte,