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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
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wo sie mit dem Zürcherfee gleichsam vermahlt wird.*)Unterhalb der Stadt, am Ende des Spazierplatzcs,wo Gcßners Denkmal steht, nimmt sie die Sihl auf.Drc Quelle der Sihl entspringt in den Wildnissenzwischen Glarus und der Abtey Etnsicdeln. DieserFluß schlangelt sich zwischen dem Albisbcrg und denAnhöhen des Zürchersec's, nach Zürich hinab. BeyZürich werden zween seiner Acrme seitwärts geleitet.Die Ableitung hemmt auf der eine» Seite die Wuthdes Wassers, auf der andern Seite dient sie zurFlöznng des Holzes aus dem Sihlwalde. Nachdemsich die Sihl unter der Stadt in die Limmal verlo-ren, fließt dieser letztere Fluß auf der einen Seitezwischen Fluren und Kornfeldern, auf der andernSeile zwischen Traubenhügcln und Obsthainen, nachden warmen Bädern der alten Stadt Baden. Wäh,rcnd daß der Weg von Zürich nach Baden zu Landezwo Meilen beträgt, beträgt er zu Wasser nur eineMeile. Unter Windisch vereinigt sich die Limmatmit der Rcuß und Aar; bey Koblenz vereinigt sie sichmit dem Rheine. Aus solche Weise bringt die Lim,mal Zürich in Gemeinschaft mit den rheinischenStädten. Der Weg der Limmat und des Rheines,von Zürich bis auf Basel, ist beynahe i; Meilen,von da auf Schenkenschauz 8;, von Schenkenschanzbis Rheinsbcrg und Catwyk ri Meilen, zusammeni2i Meilen. Schon hieraus mag man einigermassendie Höhe der Stadt Zürich über Holland berechnen.

*) Bey der Stadt treibt der Fluß 14 Mühlen.