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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
19
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gestirnten Himmel zu Hause. In einem Nu schwingtsie sich iu die entferntesten Jahrhunderte sowol derVorwclt, als der Nachwelt, und gleichwol kömmtsie nicht von der Stelle. Ohne irgend etwas unmit,telbar zu berühren, oder von irgend etwas unmittel-bar berührt zu werden, hat sie Einfluß auf Alles/und Alles hat Einfluß auf sie. Ihre Geburt und Her,kunfk ist ein Geheimniß. Weder ans einem Keime -wie die Pflanzen, noch aus einem Ey, wie Pas Ge-flügel, geht sie hervor. Sie entwickelt sich, und gleich-wol hat sie weder Farbe noch Bildung. Ohngeachtetsie eigentlich von keinem Geschlecht ist, und sich wedervermählt noch fortpflanzt, so gcbiehrt sie doch imeigenen Schoose, und zeugt außer sich unaufhörlichneue Schwärme der sonderbarsten Chimären. Ichbegnüge mich, nur von der Einrichtung ihres HofcSeinige Nachricht zu geben. Zu ihrer Burg füh-ren fünf Hauptthore. 2.) Durch diese ströhmen alleSchätze der Erde, und die subtilsten Ausflüsse jedesElements. Die angelangten Güter ordnet ihr Schatz-meister. ;.) Er vertheilt sie in Gewölber, und hältdarüber Verzeichnisse. Ueber alles und jedes weiß ersogleich Rechnung zu geben. O wie sehr verschiedenist nicht von ihm seine Schwester, die Hvfpuzmache-rin? 4.) Sie, die erste Kammerfrau, faßt zwar al-les mit gieriger Hand auf, verschleuderts aber seheleicht, oder wirfts durch einander. Warum sie woldie Prinzeßin nicht wegschickt, oder zurechle weist?3 e nun, die Zofe verkürzt ihr die Langeweile, und.