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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
39
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— ;5Ginnen indeß predige ich nicht; nur bedaure ich,daß man darüber so gerne auf den hohem Genuß,den Genuß des Geistes Verzicht thut. Und warumauch? Man ist mehr sinnlich, als geistig; man ge-wöhnt sich von Jugend auf und in der alltäglichenGesellschaft mehr an Befriedigung der Sinneslust,als an Befriedigung der Wisscnsbecgicrde; ja, manversinkt in jene so tief, daß man zuletzt von dieser nurnicht den geringsten Begriff hat. Wenn jemand vonMorgen bis Abends, von einem Tage zum andernnichts im Sinne hat, als z. B. die Geheimnisse desSpiegeltisches, die Chronick der Stadtncuigkeiten,die Bcsuchkarten und Spielkarten, die Wohlgcrüche-es Gastmahles, das Geraüsch desg ssonzcris, dieZauberbewcgungen des Tanzes, wie kkami es der — —-geistigen, unsterblichen Seele eines solchen durchausversinnlichten Menschen auch mir dav,on träumen, daßdas stille Forschen nach Wahrheit zu m wenigsten ebenso angenehm unterhält , als z. B- die Erfindung ei-nes Kopfputzes oder die Verabredung „üb selbst derGenuß eines Gastmahles?

schritte der menschlichen Gesellschaft; grossentheilshängt sie von zufälligen Umständen ab. Nur dür-fen sich unter einem Volke ein paar vorzüg--ljche Köpfe erheben, und unvermerkt prägen siedein Zeit- und Nationalgeist ihren eigenen Geist ein.Wenn sie aber das thun sollen, so darf ihre Philo,sophie nicht bloß scholastisch oder abstrackt seyn, son-dern sie muß im populairen Gewände erscheinen, undsich durch den Gebrauch im Leben empfehle»