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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
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103
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das r was von dir die Religion und die Gesetze ver-langen! Gattin: Und was denn? Ischomach: Un-bedeutend und ohne Gewicht ist es nicht. Widrigen-falls müßte man sagen, daß das Geschäft der Bienen-königin , die Regierung deck Bienenkorbes unbedeu-tend und ohne Gewicht sey. Ohne Umschwcif, meineGeliebte, der Himmel selbst erklärt sich, daß er nichtohne weise Leitung jenes Gespann zwischen Mannund Weib knüpft. Er knüpft es zu gegenseitiger Un-terstützung und Hilfe, und zwar erstlich zur Fort,Pflanzung des Geschlechtes, indem die Aeltern dieKinder pflegen, und einst von diesen hinwieder Ver-pflegung erhalten; hernach knüpft er's zur Erleichte-rung des Haushaltes. So wohlfeil und sorglosnämlich, wie die denklosen Geschöpfe, setzt der Menschsein Daseyn nicht fort. Zur glücklichen Erhaltungdesselben bieten Mann und Weib sich die Hand.Jedes bedarf des andern; jedes besitzt, was dasandre bedarf. Die eine Hälfte besorgt das Inneredes Hauses, die andre Hälfte die äussern Angelegen-heiten und die Verwaltung im Ganzen. —

— — Voraus die häusliche Ordnung rmpfchl'ich dir. Angenehmer, meine Geliebte, ist nichts,als gute Ordnung im Hause, und zur Behaglichkeitund zum Genusse des Lebens trägt sie mehr bey, alsalles. Bezaubernd ist ein wohlgeordnetes Schauspieloder Orchester; höchstwidrig hingegen, wenn jedespielende Person sich von ihrer eigenen Laune odervom blinden Zufallt hinreisten läßt. Ehrfurcht flößt