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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
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113
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des Lebens berauben. Ihr Eidam , Thraseg PätuS,redete ihr zu:Und wenn auch ich sterben sollte, fragte er sie» würdest du's billigen, daß meine Gattin, deine Tochter, mit mir aus der Welt gehe?,, Warum nicht, erwiderte sie, warum nicht,wenn sie mit dir gelebt hat, wie ich mit meinem Cacma!

Auf solche Reden nahm man sie noch genauer insAuge. Wozu eure Wachsamkeit, rief sie den Wär-tern zu, wozu eure ängstliche Sorgfalt? Nur sovielgelingt Euch, mir den Tod zu erschweren; hindernkönnt' Ihr! ihn nicht, Sie warf sich mit der Stmiegegen die Mauer, siel ohnmächtig nieder, wurde aberwieder zu sich selbst gebracht; Sagt' ich es nicht?Wenn Ihr mir bey der leichtern Todesart in denWeg steht, so werde ich der schmerzhaften trotzen.Weniger entschlossen war ihr Gemahl. Der Kaiserhatte ihn zum Selbstmorde verurtheilt. Er zauderte.Nach langem Zureden riß ihm die Gemahlin denDolch von der Seite, und drückte ihn in ihre Brust,indem sie ausrüste: Also, mein Pätus! Tödtlichverwundet, riß sie den Dolch heraus, und sterbendüberreichte sie ihn dem Gemahle, mit den Worten r

Pätus, Schmerz macht er nicht! In den glei-chen Dolch fiel plötzlich auch er.