Buch 
Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
Seite
125
JPEG-Download
 

«uf ein paar — Schwcizcrkühe. Richtig tragen dies«den Zins, und sie fordern weder Ccrtifikate, nochUmtausch in Papier und Assignate. Wozu auch gross?Einkünfte bey kleinen Bedürfnissen? Was für eineschmakhaftere Würze gicbts wol, als Arbeitsamkeit,Mäßigung, Freundschaft und Unschuld? — Ja, aberdie Schaubühne, die Oper ? O weit schöner undgrösser haben wir diese, als an keinem Hofe der Welt;Was sollen uns, meine Freundin, eure schwachenKovcicn? Wir gemessen in der vollen Energie und indem ganzen erhabenen Umfange das Urbild; Wechsel,weise gemessen wir den Anblik der aufgehenden undniedergehenden Sonne, nnd den Anblik reicher Hecrdcnund glüklicher Hirten; wechselweise erschallt vor unsernOhren der Donner des Wasserfalls oder der Windstrohmim Walde und das Geflüster der Rosenheke oder dasLied der befiederten Sänger; wechselweise weilt unsereBetrachtung bey dem Keime der Blumen und bey derGeburt eines Insekts, oder sie erhebt sich bey mond-voller Nacht hoch über die Sternen, nnd ruft inunsere Gesellschaft verklärte Geister, die Weisen unddie Helden der Ponvelt herab,

Am Ende bleibt Mich das reinste, das seligsteVergnügen - Wolh„n ; ein göttliches Vergnügen;das einzige, dessen man nimmer müde und satt wird.Und wie denn? Weil wir nicht grosse Allmosen thun,nicht zu gemeinnützigen Anstalten beträchtliche Sum.mm beitragen, nicht bey Hofe unsre Freunde undKlienten zu Aemterm empfehlen, sind tvir wol darum