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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
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187
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hjcht unrecht. Wenn ich das Volk politischer Aufklä-rung fähig glaube, so gcschichts nur, in wiefernichs der religiösen Aufklärung fähig glaube. *) Sowenig als jeder Christ ein Theolog seyn darf, eben sowenig darf jeder Bürger ein Jurist seyn: allein sowie man das theologische Symbol populair zuschneidenkann, so schneide man auch das politische Symbolpopulair zu! Man kläre das Volk für diese Weltwenigstens nur in dem Grade auf, in welchem manes für die künftige aufklärt! Man lege ihm wenig-stens das Resultat vor, wenn man ihm die Beweisenicht vorlegen kann ! Mag seyn, daß es nicht zumForschen und Wissen, sondern zum Glauben gemachtist: aber man stärke seinen Glauben an das Uncrklär-bare, indem man dieses an Säze knüpft, die manihm erklärt hat ! Auf solche Weise läuft man keineGefahr, daß den Glauben des Volkes, den politischenoder religiösen, sogleich der Wind jeder neuen Lehreoder Mähre erschüttere; gewiß läuft man keine Gefahr,daß das Volk den Freund mit dem Bctrieger, oderden weisen Führer mit dem tollen Schwärmer ver-wechsle ; keine Gefahr, daß es bey dem geringstenMißverständtniß ausser die Schranken heraustrete,oder, um eines zufälligen Uebels willen die wesentlichenVortheile, deren Genuß es empfindet, aufs Spielseze. Kurz, wenn der grössere Theil über die Beschaf-fenheit und den Zwek der bürgerlichen Ordnung auf-

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