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Einem arbeitsamen Gelehrten wurden von einemTaugenichts auf feinern Zimmer uMer Augen zwo bisdrey Stunden schamloser Weise gestohlen.
V. Verschiedene Nachrichten.
Herr Thraso erhielt zu seinem Unglüke nebst höherenRange ein beträchtliches Erb. Seither trit er mitspanischer Grandezza einher, und mißt mit dem BlikLden Weltkräis. Man gläubt ihn nicht mehr bey Sin»ncn, und bittet also, daß man ihn, wo er sich findet,nach dem Jrrhause führe.
Mechanicus Hebel verfertigt ganz sonderbare Ma-schinen in Gestalt menschlicher Figurm nach dem Leben.Je nachdem man sie am Drathe zieht, nikcn sie mit demKopfe. Sehr schiklich bedient man sich ihrer zur Ver-zierung in den Besuchzimmern und zur Ausfüllung inden Collcgieen.
Wegen der Menge Schauspieler auf allen Strassenund bey jedem Besuche wurde einer fremden Komödian-Icngesellichaft der Zutrit versagt.
Da sehr oft in öffentlicher und in PrivatgesellschaftMancher gern in den herrschenden Ton einstimen möchte,und aber der Stimme nicht Meister genug ist, so trägtman eine besondere Art von Instrumenten feil, Pfeifenund Flöten zu sanftcrn Empfindungen, Trompeten zumFcldgeschrey. Vermittelst derselben accompagnirt mansehr leicht. Nicht ungern wird der Tongcber die Werk-zeuge bezahlen. Man begreift, wie sehr solche Werkzeugedie Harmonie heben.
So eben langt ein würdiger Schüler desParacels an.Anstatt der bisherigen Heilmittel empfiehlt er den Ge-brauch der Geister, oder wenigstens den Gebrauch derSchriften, in welchen sie ihre Wunderkraft abgedeukthaben. Hier ein paar seiner Recepte: Geg en Schlaf-losigkeit : Einige Blätter von P. M. Hahns Hauptsa-che der Apokalypse; vermischt mit etwas von Ch. S.Der-