ro88 Die Liebe der Feinden.
daß wir uns auch durch selbige vermögen lassen / nach deinemBefehl und Exempel/zuliebe» nicht nur unsere Freunde sson-der auch selbs unsere Feinde / zusegnen die uns verfluchen/Gutes zuthun denen / so uns hassen / und Mitten für die souns beleydigen/ und uns verfolgen / damit wir liebe Kinderseyn mögen des Vaters/ der in Himmeln ist / und der seineSonne lastet aufgehen nicht nur über Gute/sonder auch überBöse / und regnet nicht nur über Gerechte/sonder auch überUngerechte. Amen!
Drey Dinge / M. Gel. kommen uns bey verlesenen Texts-Wortenzubetrachttn vor.
l. Stellet der Herr Jesus vor die läze und lieblose Aus-
legung der Jüdischen Lehrern/betreffende die in demGesatz gebottene Liebe des Nächsten.
n. Setzet er selbiger entgegen seine Auslegung / und zeiget/daß unter dem Namen des Nächsten auch verstan-den seyen unsere ärgeste Feinde / thut auch hierüber anseine Gläubige träffe Vermahnungen. Und
m. Unterstützet er diese Vermahnungen mit krafftigen herr-
lichen Gründen. Das
I. dann belangende / nämlich die läge und lieblose Auslegungder 'Jüdischen Lehrern / betreffende die in dem Gestry gebotteneLiebe des Nächsten / so stellet der Herr Jesus dieselbige vor / wann ersagt: Ihr habet gehört/ daß gejagt ist : Du solt deinen Nächstenlieben / und deinen Feinde Haffen. Hie nämlich haben wir das lezteBeweisthum/ das der liebe Heyland beybringet vor die verkehrcte Gesatzes-Auslegungen der Juden. Bis dahin hat er gezeiget/ wie verkehrt sie aus-geleget das Göttliche Gesatz von dem Todschlag / item das von dem Ehe-bruch / fehrner das von dem Eydschwuhr/über das das von gleicher Wie-dcrgeltung. Das alles waren so viele besondere Gesätze. Nun kommeter endlich auf ein gemeines Gesatz/ das die übrige alle gleichsam in sichbegricffen / und derselbigen Summa gewesen ist / nämlich das Gesatz vonder Liebe/ von deren der Apostel gesprochen: Die Liebe ist desGefayesErfüllung. Item: Geyt niemand nichts schuldig / dann da- ihreinandern Nebet : dann wer den andern liebet/ der hat das Gesay