Band 
I. Tomus.
Seite
1132
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Unsere r Feinde«. Match. V. 45»4§ .47.

Göttliche/ sonder bloß eine menschliche Obligation. Solte dann der Hei-lige Gott eine solch falsche und nicht Lohns - sonder Haß- würdige Liebewol wollen belohnen? Ach Nein ! Und darum wünschen wir / M. Gel.daß unsere Liebe Lohn habe beydes bey Gott und den Menschen; wün-schen wir / durch selbige der Menschen Hertzen zugewinnen ; wünschenwir aber auch Gott das seinige/ gleichsam durch einen sanfften Gewalt/zu-stählen/ und seine allein selige Liebe zuerlangen; sichtet uns etwas an dieBegierde unsers eigenen und ewigen Heils; verlangen wir auch bemah-len eins zukommen in den Himmel / und da unsere Häupter aufzuhebenunter Gottes Lieblingen in alle Ewigkeit; Ey so folgen wir des HerrenJesu treuem Rath/und lieben nicht bloß unsere Freunde/ die uns lieben/und grüßen allein unsere Bruder / sonder wir lieben auch über das un-sere Feinde/ wir segnen die uns verfluchen/ Wir thuen Gutes denendie uns hassen / und bitten für die/ so uns beleydigen und verfolgen/so wird unser werck gewißlich seinen Lohn finden / und unser Brot/damit wir unsern Feind speissn/ und die kalte trüncke Wassers/ damit wirihne träncken/uns dorten in der seligen Ewigkeit / mit den Freuden deßGöttlichen Paradyses/ und den Ströhmen der himmlischen Wollüstenreichlich vergolten werden.

Der andere Sag des Herren Jesu in diesen Worten ist dieser:Ein (thrist/ oder einer seiner wahren Jüngern und Bekennern/ein rechtschaffenes Rind Gottes müsse/wie in Ansehung andererMehren/ so ins besonder auch in der Abflattung der theureflen)flichk der Liebe / was weit mehrers und furtresslichers thun/als»ieFoller/ d. i. als ins gemein auch die verschreytcfle Sünder/undaflerhassteste und eigennüzigfle bald unter allen Menschen thun.lud wer kan daran doch wiederum zweifle» ? Ein Christ muß ja krasst dessen/das der Herr Jesus in dem Anfang unsers Texts-Capituls gelehret/ seynein Saltz der Erde/ ein Licht derwelt/ eineStadt/ die auf einemBerg liegt ; feine Gerechtigkeit muß übertreffen die Gerechtigkeitder Gchrifftgelehrten und phariseercn/ d. i. der allerehrbaresten unterden Leuthen selber/re. Kan einer dann wol ein Christjseyn/so seine Gerech-tigkeit nicht einmahl übertrifft die Gerechtigkeit der Foltern/ d. i.der schlimmsten unter denselbigen ? Oder so einer bloß ist und bloß thut/was diese sind und thun / ist er dann wol ein Christ ? Ach Nein! Sowe-nig als z. Ex. ein Königs Sohn kan generös und großmüthig zustyn geach-tet werden darum / weil er so viel giebt und verscheuchet/ als ein gemeinerBürgers - Sohn; oder ein commandirender General darum für dapfergehalten/ weil er so viel thut/ als ein jeder gemeiner Soldat / ja etwann