Band 
II. Tomus.
Seite
1808
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l.Petr.;:;Act. 8! 9.

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?z§ Die Nothwendigkeit den Christlichen

hütend daß ihm das angethane Unrecht/ sonderbar so besondere Umständeselbiges um ein vieles vergrößern/ nicht bann und wann einfalle / ja ihmetwann einen manchen heißen Thränen auspresse/ eine manche unruhigeStunde verursache/ aber doch läßt er sich dadurch niemahlen zur Raschegegen seinen Belätdiger einnehmen/ und wird ihm niemahlen Böses mitBösem / sonder hingegen allezeit Böses mit Gutem vergelten.

Kommet uns auch / M. Brüder/ dieses jederzeit und so gleich zuthunetwann schwehr an / wie es dann nicht zulaugncn/ daß solches dem rach-süchtigen alten Adam / der auch in dem besten Christen so tod nicht ist/daßer nicht noch dann und wann einen Fuß oder Betn ausstrecke / eben einharter Bissen ist / ey so lasset uns selbiges suchen leicht zumachen durchdiejenige Mittel/ die uns der Herr unser Gott in der Schrifft und Ver-nunft hiezn selber vorgeschrieben hat. Lasset uns uns/ (i.) nachdem' Rath des Apostels Petri / innwendig bekleiden mit der Demuth.Hochmuth machet unversöhnliche/ Demuth versöhnliche und verzeihlicheMenschen. Der hochmüthige glaubet / er siye was grosses / und dahersiehet er auch alle ihm angethane Beeidigungen an durch dasVergröffe-rungs - Glas. Sie sind in seinen Augen lauter piacuia und crimin» 1-5».Der Demüthige hingegen haltet sich für nichts / und daher scheinen auchalle ihm angethane Beeidigungen in seinen Augen was geringes/und ister selbige zuvergessen und zuverzeihen bereit alle Augenblicke. Er glaubetvon sich/ er seye vor Gott werth / daß ihm andere Läid zufügen / oder lie-ber/ daß Gott solches gegen ihn seiner Sünden wegen verhänge und zulasse.Und wie er dann mit Gott / der solches verhänget und zuläßt/ nicht zör-nen weder kan noch wil/ so wil er es auch nicht thun gegen seinem Näch-sten / durch den Gott solches verhängt undzugelassenhat. Es heissetbeyihm / wie bey David: Laß ihn fluchen / oder sonst machen : Dannder Herr hat es ihn,gcheissen/ und ich bin dessen und eines mehrern tau-sentmahl wärth und würdig. Lasset uns/ ( 2 .) als die Auserwehlte/Heilige und Geliebte Gottes / anziehen das Band der? Vollkom-menheit / welches da ist die Liebe. O die / die machet wiederum ver-söhnliche Christen; die ist langmüthig/ sie ist gurthatig : Sie eife-ret nicht: Sie laßt sich nicht zum Zorn reizen: Sie misseknichtszu argem: Sie vertraget alles : Sie glaubet alles : Sie hostetalles : Sie duldet alles. DieLiebe bedecket die Menge der Sün-den. Die Liebe ist mitleidig / brüderlich / inniglich barmherzig/stsundlich. Sie vergütet nicht Böses mit Bösem / oder Schelt«Worte mit Scheit-Worten/ sonder benetzeyet dagegen/die-weil sie weißt/ daß sie dazu beruffc ist/ daß sie die Benedeyung

ererbe.