Band 
II. Tomus.
Seite
1886
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6l4_ Die eitel« Erden -Schäze.

Betreugen / ohne Erfahrung auch der zu Gottes Ehre und des Armen Trostnöthigen Ausgaben / geschiehet von einem jeden privat Menschen/ von einemjeden Vorsteher insbesonder einer besondern Haushaltung. Hingegen istdas seine eigentliche Pflicht / zuspahren und zusamen legen in guten / damiter und die seinigen zuleben haben in bösen; etwas/so es anders seyn kan/zuerübrigen in wolfeilen/ damit er wie den armen / so den seinigen mitzu-theilen habe in theuren Zeiten; das seinige zusamen zuhalten in jungen Jah-ren/ damit er nicht müsse darben / und an anderer Leuthen Durfft kommen imAlter. Junges Blut / spahr d ein Gut: Armuth im Alter wehe thut /ist ein Sprüchwort unserer frommen Alten gewesen. Und unter den Re-guln der Weisheit/die Salomon uns hat hinderlassen/ist auch eine diese:Es ist eine Zeit/ da man behaltet/ oder Schätze zusamen leget / undeccl. ;!«. ist eine Zeit / da man verthut, wann du genug hast / erinnert derweise Sprach / so gedenck an die Zeit des Hungers / und wann dureich bist / so gedenck an Armuth und Mangel. Von Morgen bisAbends ändert sich die Zeit/ und alle Dinge sind schnell vor demHerren. Sprach xvm. 2s. 26. Sparsamkeit ist so wol eine Tugend /als eine andere. Und ist sie gleich nicht eine der vornehmsten / mit Be-ziehung auf Gott / so ist und bleibt sie doch eine der vornehmsten/mit Be-ziehung auf den Nutzen und das Wolseyn der menschlichen Gesellschaft/für die wir alle doch / so lang wir in derselbigen sind / zusorgen/ eine heiligeVerpflichtung auf unserm Gewissen haben. Ach/M. Bruder/wie durch-gehet glückseliger wäre diese Gesellschaft/wann in selbiger mehr Spahrer/rechte Spahrer/als Geuder wären? Wie viel gesegneter und glückseligerwäre ein manches Land/wann sein Herr/sein Konig/sein Fürst/sein Her-zog / sein Graf/ u. s. f. glaubte / Sparsamkeit wäre eine Tugend so wol fürgrosse Herren / als für die geringste Unterthanen; wann er sich darum auchbereden liesse/aus demPrincipio eben derselbigen seinen überschwänglichenStaat und Pracht in etwas einzuschrancken; wann er sich ein Gewissenmachete/ jährlich so viele tausent und wieder tausent auf Anlegung fürst-licher Pallästen/ Gärten/ und Wasser- Künsten/ aufComwdien- und Opern-Häuser/ auf einen weitläuftigen Marckstall/ auf gantze SquadronenWind-und Jaghünde/ aufhundert andere und andere dergleichen Sachen/welche alle zu dem von dem Geist Gottes verdammeten Hochmuth desLebens gehören/zuverweuden/ und solches Gelt dann aus dem Schweißdes Angesichts / ja dem Blut der Nägeln und des Hertzens/seiner armenund mit der Verzweiflung fast ringenden Unterthanen Himmel-schreyenderWeise zuerpressen? Wodurch dann nichts anders/als Gottes erschreck-licher Zorn und Fluch über den Regenten und das Lande gezogen werden