628 _ die eitel« Erden-Schäze. _
Adel seiner Seele bedencken? Wie heißt das/den Fluch der Schlangentragen / der da ist/ auf seinem Bauche gehen / und sein lebenlang Er-«en.;ri 4 . de fressen ? Das heißt ja wol / eine Seele/die für Gott und die Besi-zung himmlischer Schätzen ist erschaffen/aus ihrer Würde lleZrackren/ soman sie jetz»6 oder zur Suchung solcher Schätzen und Gütern ver-dammen wil/die faulen und verdärben können. Das heisset/sie mit Scha-ben und Würmen in einen Rang wollen setzen. Die Schätze der Erdesind zeitlich und zergänglich. Unsere Seele ist ewig. Ach wie solte woldas zugängliche und zeitliche das ewige sättigen und erfüllen können? Achnein! Wer wil dieses können begreiffen? Das ist so unmöglich/als un-mögliches ist / daß ein Tropfe ausfülle einen Eimer /jadengantzenRuntzdes grossen Ocesni und Welt-Meers. Und darum noch einmahl/ M. Br.Sammelt euch nicht Schätze auf Erde/da sie die Schaben und derRoft fressen / und da die Dieben durchgraben/ und sie stählen.Sammelt euch hingegen Schätze im Ammei/da sie weder die Scha-ben noch der Rost fressen / und da die Dieben nicht durchgraben /noch sie stählen. Wovon wir aber handlen wollen / geliebt es Gott/nächst könfftig.
Ach wie bedaurlich ist es dann/M. Br. daß diese theure Erinnerungunsers Heylands/ von unseren irrdisch-gesinneten Christen/gewöhnlich sogar aus den Augen gesetzet wird! Wir tadeln es / und das mit Recht / anunsern Widerwertigen im Papstthum/ daß sie/wie vor höltzernen undsteinernen/ so auch etwann vor silbernen und güldenen Bildern niederfal-len / und sie anbäten. Und siehe / wir fallen ins gemein nieder vor / undbäten an das Gold und Silber selber. Was sind wir dann besser / jasind wir nicht tauscntmahl schlimmer dann sie ? Dann da ihre Anbätungsich endlich/ wenigstens nach ihrer Lehr/ nicht terminiret in dem silbernenund güldenen Bild an sich selber / sonder in dem Heiligen / oder Engel/oder gar dem gekreutzigten Sohn Gottes selber / der durch dieses Bild vor-gestellet wird / da terminiret sich diese unsere Verehrung und Hertzcns-An-bätung in dem Gold-Klumpen selber. Dann der ist ja wahrlich solcherChristen/ oder besser solcher mit dem Namen der Christen prangender Hey-den und Erden Würmen Gott / Trost / Hoffnung / und höchstes Gut sel-ber. Was für eine garstige Abgötterey wäre es / wann einer vor einemHäuffclein Zürich - oder Lucerner-Schilling eigentlicher Weise niederstem /und es anbätete ? Ist es aber weniger garstig / wann es ein so mancherthut mit seinem Hcrtzen/mit der Hochschätzung/der Liebe/ der Forcht/dem Vertrauen und Eifer seiner Seele ? Wir wollen/M.Br. allzumahlChristen/d. i. geistliche Himmels - Bürger und Erden-Pilgrams seyn / und