__Match. Vk. i-. 20._ 6 §Z
vnd Wunden/ um seiner für uns ausgestandenen Armuth willen/ um dietheuren Himmels-Schaze anhalten. Du must dieses Gold kauffendurch einen lebendigen Glauben. Durch das muß Jesus/und sein theurerVerdienst und Gerechtigkeit / die das wahre Gold sind / das mir Feuerdurchlautert ist/ recht köstlich und theuer/ und hingegen alles andere/die Welt mit allem ihrem Gewinn/ gering werden in deinen Augen.
Durch den müssen sich darum auch in dir die feuerigsten Begierden/dieserGerechtigkeit zu deiner Gerecht-Heil-und Seltgmachung thetlhafftigzu-werden / entzünden/ damit du vermittelst selbige» aus demem geistlichenSchulden - Last herausgerissen / und mit den reichen Schazen des Him-mels erfüllet werdest. Endlich must du diestS Gold auch kauffen durchwahre Verlaugnung deiner setbs / und willige Ueberlassung alles deS deini-gen an diesen himmlischen Verkäuffer. Was habe ich aber/ ich mangel-bahrer Sünderund Büttel-Hund/ möchtest du dencken / meinem Heylandfür dieses Gold zuüberlassen? Antw. Nicht viel freylich/das etwasrathSfeye. Doch gieb ihm / was du hast / so ist er schon zuftieden- Du hastLeib und Seele. Die must du ihm übergeben / selbige zu seinem Dienst undPreis zubeherrschen und zuregieren. Duhast Lüste und Sünden. Die mustdu hingeben / sie zukreutzigen und zutöden. Du must allem / allem /wasdu hast/ absagen/ alles was dir Gewmn ist /das mustduumithri-^'^sti willen für Schaden achten. Keine Sunde muß dir zulieb/ keine Phii.,:?.Lust zunähe an das Hertz gewachsen seyn / die du nicht um seinetwillen wil-lig verlassest. Dieß kommet zwahr freylich den Menschen sauer an / unddieser Kauss scheinet theuer zuseyn in seinen Augen. Doch/ so du es nurunpartheyisch, bey dir selber überlegest/ und die Kostbarkeit der himmli-schen Schazen / die du an dich kauffest / rechtschaffen abwiegest/ sowirstdu kein Bedencken mchr finden/ dem Exempel jenes Evangelischen Lauff-manns und Schatzgräbers zufolge»/ der hingegangen /undalles/ waser hatte / verkaufst /und das gefundene köstliche perlen / und denverborgenen Schaz im Acker gekauffek hat. Wut du diese himm- Matih. r; rlische Schäze erlangen / so must du (z.) vornemlich auch und insbeson-der fahren lassen die allzugrosse HochachtungundLiebe/diedubisdahinfürund gegen die Schätze und Reichthum dieser schnöden Erde in deinem Her-zen geheget hast. Ach nichts ist / das den Menschen an Erhaltung dieserhimmlischen Schazen mehr hindere/ als die allzugrosse Hochachtungund Liebe der Schazen der Erde. Die Erfahrung bezeuget / daß dielafterhaffteste Menschen / Hurer/ Ehebrecher/Mörder/Spiehler/Fres-ser/ Sauffer/ja selbs Wäichlinge und Knabenschänder/eherzubekehren/und zu dem Eingang in das Reich Gottes tüchtig zumachen / als Menschen/