29Q Die weite Höllm-Psorte/ und der von vielen bewandelte
dacht haben. Das Leben aber der Christen / oder einen Christlichen Wan-del heiffet der Heyland hier einen weg. Dann gleichwie der / der anfäng-lich durch eine Pforte in eine Stadt eingegangen / wannerjetzfehrnersansein beziehletes Orth/ oder Hause kommen wil/ durch einen gewissen wegzu selbigem wandeln muß: Also muß der Christ / der in der Gemeinschafftdes Herren Jesu selig werden wil/ nicht bloß glauben / sonder seinen Glau-ben auch thätig seyn lassen durch die Liebe / und beweisen in einem heiligengottseligen Leben / und wie er den Zerren Jesum Christum angenoh-L»I. -!S. men / also muß er auch in ihm wandeln. Danahen auchderMenschenLeben und Wandel so offt in der Heil. Schrifft einem weg vergltechenwird. Wie offt gedencket die Heil. Schrifft danahen/ wann sie von demWandel der Menschen reden wil/ihres Wegs? WieofftredetSolomonin seinen Sprüchen von dem weg der Verständigen/der hoch hinaufführet/ und hingegen von dem weg des Tohren/ und der Huren/ d.i.einer eigentlichen Huren / item des Antichrists und der Welt/ der zu denPro»./:-?. Gemächern des Todes hinabführet? Und David in seinem erstenPsalm thut Meldung des Wegs der Sündern und Gottlosen / und desWegs der Gerechten. Der Herr / sagt er /kennetden wegderGe--Pfal.ni s. rechten / aber der Gottlosen weg vergehet. Und gleichwie ein jederweg seine Absicht hat auf/ und endlich in seinem Ausgang hinleitet zueinem gewissen Zieh!/so führen auch diese zwey Wege/ oder zwey verschie-dene Gattungen des Lebensund Wandels hin zu zweyen verschiedenen Zieh-lcn/ deren das einte ist das Paradeis der ewigen Freuden/ das andere derAbgrund der ewigen Quahlen / das einte der Himmel / das andere die Hölle;oder / wie Jesus in unserm Text redet / das einte das Leben / daS anderedas Verderben.
Die Pforte nun / die zu diesem letzten Zieh! führet / sagt der Herr Je-sus/ ist we,t/ und der weg ist bre.t.
Die Pforte ist weit. Oder worinn bestehet doch der so geheißeneGlaube der meisten Heuchel - unlr Maul - Christen /als darinn ? Sie glau-ben/ (dann von solchen / die vom Unglauben/ vom ^rkeilmo, Oeilmo,Liberrinilmo , auch selbs unter den Christen Profession machen/ wil ichdicßmahl nicht reden) daß ein Gott feye/ undzwahrdaßdieser Gottseye eingrosser/ allwissender/allmächtiger / vornemlich auch gnädiger und barmher-ziger Gott ; Gleich sie dann diese Vollkommenheit und Tugend Got-tes insbesonder zur Patronin ihrer Sünden und Lastern machen. Sieglauben / daß dieser Gott seye Einig im Wesen / und Dreyeinig in den Perso-nen/ nemlich Gott Vater / Sohn / und Heil. Geist; daß Gott der Vaterim Anfang den Menschen und alle Dinge erschaffen/ daß Gott der Sohn