Band 
Des ersten Theils zweyter Band.
Seite
6
JPEG-Download
 

6

Historie der Farben.

fern oder kleiner Spitzen zusammengesetzt ist, so daßMe Enden gegen das Aug gewendet sind, so wird eingrosser Theil des Lichts in ihren Zwischenräumen er-sticket , und der Körper scheinet schwarz: werden dieZasern hart zusamm engepresset, oder die Oberfläche ge-glättet und pollrei, so prellen mehrere Lichtstrahlenvon derselben zurück, und die Tiefe der Schwärze wirdvermindert; obschon die Schönheit der Farbe durchden Glanz, der durch das Glätten entstehet, einenZuwachs bekommen mag.

4. Gleichwol kommt ein Fall vor, in welchemeine starke Politur, nach dem gleichen Grundsatz, anKörpern welche sonst sogar weiß sind, eine Schwärzehervorbringen kann. Wir sehen, daß Spiegel vonweissm Metallen, oder von Glas, das mit Quecksilberüberzogen ist, wenn sie die Lichtstrahlen auf einen ein-zigen Punct, oder in einer gleichen Richtung zurück-werfen , allzeit schwarz aussehen, ausgenommen wodas Aug den zurückgeworfenen Strahlen gerade entge-gen stehet.

5. Da das Verschlingen der Lichtstrahlen, denso eben angezeigten Fall ausgenommen, die physischeUrsach der Schwärze ausmacht; so schlüßt man, daßschwarze Körper von der Wärme leichter als anderedurchdrungen werden können. Schwarzer Marmoroder schwarze Dachziegel, werden an der Sonne umein merkliches wärmer, als die weißen. SchwarzesPapier entzündet sich von einem Brennglas viel ge-schwinder, als das weiße, und der Unterschied ist in

diesem