Siebender Abschnitt. 147
Zuflucht nimmt. Gesetzt auch man nehme an, daßder Limo!, ungeachtet er so gut als möglich gemil-dert ist, das Tuch noch schwache/ so ist doch klar ge-nug / daß dieses nicht am meisten bey der schwarzenFarbe geschehen könne; denn bey einigen kaffeebrau-nen Farben bedienet man sich des Vitriols / obschonmit einer etwas gelindern Hitze, doch in grössererQuantität, als für die schwarze Farbe selbst; unddas bey dem Scharlach, dem Oranschengelb, undbey andern Farben nöthige Scheidwasser ist gewiß ineinem hohem Grade ätzend.
z. Bey dem Schwarzfärben, besonders auf su-perfeine Tücher, ist es üblich zuvor einen Grund voneiner andern dunkeln Farbe zu legen; und hierzu wirdvorzüglich das Blaue gewählet, weil es in Ansehungdes Tuchs eine der mildesten Farben ist, und unterallen andern mit dem Schwarzen in der nächsten Ver-wandtschaft stehet: Gemeine schwarze Dinte, und derschwarze Liquor der Färber, wenn sie reichlich mitQuellwasser getränket werden, sehen blau aus, gleichals ob ihre Schwärze nichts, anders wäre, als einconcentrirtes Blau. Der Nutze welchen die Schrift-steller über die Färbekunst von diesem blauen Grundangeben, bestehet darin, daß das Tuch, nachdem esallbereit mit einem beträchtlichen Körper von Farbebekleidet ist, von den schwarzmachenden Materialieneine geringere Portion möge nöthig haben, undfolglich weniger geschwächet werde, als wenn es un-mittelbar von dem Weißen die schwarze Farbe erhal-ten hätte. Es hat aber dieselbe einen noch wichtigern
K s Nutzen,