Siebender Abschnitt. isr
nach der Richtung eines hellen Lichts leget, so daß dieKannte dem Licht entgegengekehret ist, dann ein we-nig rückwärts gehet, und theils auf dieselben hinunter,theils über die Oberfläche hinwegschaut: Auf dieseWeise pflegen die Färber die Farben zu betrachtenund zu beurtheilen. Als ich auf solche Art vielerleyMuster von Schwarz, das mit und ohne Grappirenauf blaue Tücher war aufgetragen worden, untersu-chet habe, konnte ich unter denselben keinen beträcht-lichen Unterschied wahrnehmen, doch ward ich über-zeuget, daß die mit Grapp bereitete, wenn sie nichtschlechter sind als andeke, wenigstens ganz gewifi kei-nen Vorzug vor denselben haben. In einigen altenRecepten wird -er Grapp als ein Ingrediens von derschwarzen Farbe selbst, nebst dem Vitriol und Gaüusvorgeschrieben; allein da sich die Farbe desselben aufdem Tuch nicht daurhaft anleget, so ist er hier offen-bar überflüßig. Unter allen denjenigen Gründen,welche man für die Gewohnheit die schwarzen Tücherzu Grappiren anführet, ist blos ein einziger, der ei-niger Maßen gangbar scheinen könnte; nämlich, dieFarbe werde dardurch verwahret abzuschwärzen, unddie Haut und Wasch zu beschmutzen; aber alles, wasder Grapp hierin zu thun im Stande ist, wie HerrHellot gar wol anmerket, bestehet blos darin, daßer das überflüßige Blau hinwegnimmt, und diesesgeschieht nicht vermittelst des Grapps selbst, sonderneinzig durch das dem Grappiren vorgehende Abkochenmit Alaun und Weinstein. Der gleiche Vortheil laßtsich durch fleißiges Reimgen des Stoffs nach dem Fär-
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