Band 
Des ersten Theils zweyter Band.
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i8o Historie der Farben.'

Die Seide wird für die schwarze Farbe niemaldurch einen blauen Grund vorbereitet. In den Fran-zösischen Verordnungen wird den Färbern ausdrücklichvorgeschrieben die Seide unmittelbar von Weiß aufSchwarz zu färben / und dieses ist, so viel ich habeerfahren können, auch unter uns die allgemeine Artzu verfahren/ obschon einige vorgeben, daß die Sei-denfärber in Deutschland ihrer Seide zu dem Schwar-zen einen braunen Grund geben / indem sie dieselbemit den Wurzeln oder der Rinde von dem Wallnuß-baum abkochen. Ich habe übrigens niemal gehört,daß man für diese Unterlassung des blauen Grunds beyder Seide eine andere Ursache angebe/ als daß derselbeden Proceß kostbarer machen würde/ welcher nach dergemeinen Verfahrungsart ohnehin mit mehreren Aus-gaben und grösserer Mühe begleitet ist, als das Fär-ben der Wolle.

Herr Macquer haltet es für schwierig die schwar-ze Farbe auf Seide zu bringen: Und in der That,wenn alle die Umstände und Materialien des verwickel-ten Processes, welchen er als in vielen der besten Fär«bereyen in Frankreich eingeführet beschreibet, bey derHervorbringung einer guten Farbe wesentlich wären,so müßte nothwendig eine grosse Menge von Versuchenangestellt worden seyn, ehe es möglich wäre den rech-ten Weg auszuspüren. Allein die Erfahrung hat ge-nugsam gewiesen, daß sich die Sache ganz änderstverhalte; daß der Saaine von dem Fenum Gräcum,dem Flökraut, von dem Kümmi, die Koloquinte,

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