rso Historie der Farben
IN. Marmor.
ES ist schwer dem Marmor eine wahrhaftigschwarze Farbe beyzubringen. Eine Silberfolutiongreifet tief in den Stein ein, zuweilen ei^en ganzenZoll und noch mehr; aber 'die daher entstehende Far-be , welche zuerst röthlich oder purpurartig ist / ver-dunkelt blos bis zur Bräune. Herr dü Fay giebt inden Französischen Memoires für die Jahre 1728 undiyz2 zwo Methoden an, den Marmor mit einerblauen Farbe zu beizen / welche sich nach Verhältnißihrer Dunkle, dem wahren Schwarz, und derjeni-gen Schwärze/ welche man in einigen Marmorar-ten natürlich findet/ mehr oder weniger nähert. Beyder einen bedient man sich des wesentlichen Oels vonThymian / das mit dem flüchtigen Salmiaegeist dige-rieret wird / zu der andern kommt die Weinhesetincturder Färber. Wenn das Thymianöl mit dem flüchti-gen Geist digerieret wird / so wird es zuerst gelb, her-nach roth, dann violenfarb, und zuletzt dunkelblau.Nach einer Digestion von sechs Woche»! hatte es eineblaßblaue Farbe erhalten, und gäbe in diesem Zu-stande dein Marmor wenig Farbe: Nach sechsmonalh-langem Stehen ist es beynahe zu einem schwarzenBlau verdunkelt gewesen, und brachte nunmehr / aufwarmem Marmor aufgetragen / die verlangte Farbehervor.
Was die Weinhefe angeht/ so wird eine von der-selben mit warmem Wasser gemachte Tinctur auf kaltenMarmor aufgetragen / und so wie dieselbe abdünstet,
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