§74 Historie der Platina.
zu bemerken, daß ungeachtet die Schriftsteller, wel-che von den Waagen handeln, eine vollkommneGleichheit der Aerme vorschreiben, und mit vielerSorgfalt anzeigen, wie eine solche zuwegezubringensey: so scheinet doch diese Gleichheit für die Genau-heit des Instruments eben so wenig von unumgängli-cher Nothwendigkeit zu seyn, als es äusserst schwierig,wo nicht ganz unmöglich ist, dieselbe zu erhalten.Wenn zehn gleiche, kleine Gewichte, die man in dieeine Schale legt, durch ein Gewicht in der andern indie Gleichwaagr gestellt werden; und wenn man her-nach die zehn Gewichte wegnimmt, und ein StückSilber oder Meßingblech an ihre Stelle bringt; so istoffenbar, daß wenn man dieses Blech mit dem Ge-genwichte zur Gleichwaage bringt, so müsse dasselbein der Schwere mit den zehn kleinen Gewichten genauübereinkommen, die Aerme der Waage mögen so un-gleich seyn, als ste immer wollen, und daß manfolglich für eine jede ungleichärmige Waage, nach die-sem Grundsatz eine Reihe von Gewichten zurechtmachenkönne, bey welchen, wenn man sich derselben immer-hin für die gleiche Waagschale bedienet, das Instru-ment die nämliche Richtigkeit behaltet, als wenn beedeAerme auf das allergenaueste von gleicher Länge wä-ren. Die beste Methode sich kleine Gewichte vongleicher Schwere zu bereiten, ist wenn man gleich-lange Stücke von dem feinsten Silberdrat abschneidet:Wird der Drat durch einen an dem Ende angehängtenschweren Körper gleichförmig ausgestreckt, so laßt ersich auf ein dickeres Stück von Meßingdrat dichte auf-
winden,