4o6 Historie der Platina.
der Platina noch sehr unvollkommen gewesen / so ist !über diesen Punct eine Irrung untergeloffen. Herr jWood meldet, daß als die Platina in einem Pro- .bierofen auf einem Test mit Bley geschmolzen, und !mit demselben drey Stunden lang einem starken Feuer >ausgesetzt worden, bis alles Bley vollkommen ver- !schlacket gewesen, so habe sich die Platina hernach ^auf dem Boden des Tests gefunden, ohne durch diese !Operation die geringste Veränderung oder Verminde-rung gelitten zu haben. Dr. Brownrigg fände diesenWiderstand der Platina gegen das Bley seltsam, undhat den Versuch wiederholet. Sechsundzwanzig GranePlatina hat er mit sechszehn Male so schwer reinemBley, welches er selbst aus Silberglett reduciret hat-te, auf einer Kupelle zusammengeschmolzen: Nachdemdas Bley verschlacket gewesen, ist auf der Kupelle einKorn von Platina zurückgeblieben, welches einund-zwanzig Grane betrüge, so daß die Platina durch diese !Operation beynahe einen Fünftel von ihrem Gewichte !
verlohren hatte. Dieser Versuch hat ihn, und zwar ,
in Betracht des wenigen, so von den Eigenschaften !dieses neuen Metalls bekannt gewesen-, nicht ohne 'Wahrscheinlichkeit, auf die Vermuthung gebracht, daß !ein Theil der Platina durch das Bley wäre verschlacket !worden; daß durch öftere'Wiederholung des Proces-ses die ganze Masse derselben hätte können verschlacketwerden; und daß stch folglich Gold und Silber vonder Platina reinigen lassen, wenn man dieselben mitgrösser« Portionen Bley abtreibe, als man gewöhnlichzn nehmen pflege. Was unser Autor mit Bescheiden-heit i