64 Geschichte der Staatsveränderungett
EWders. vor: Daß, da die Gerechtigkeit die festestetbe» dai Stütze eines Staats sey, so könnte man diestlbst; Schulden der Privat-Personen nicht ab-schaffen, ohne den gemeinen Glauben zu zer-nichten , der gleichwol das einzige Band derG sellschaft unter den Menschen sey DasVolk selbst, (zu dessen Gunsten man einenso ungerechten Schluß verlangte) würde amersten bey dieser Sache leiden; indem dieReichen, ^ wenn das Volk aufs neue in NothMathen sollte) ihre Schätze vor demselbenverschliessen würden. Uebervieß sey der Wi-derwille der Grossen, (die niemals zugebenwürden, daß man solche Schuldbriefe, welchedie Frucht ihrer Sparsamkeit und Mäßig-keit sind? zernichte) nicht minder als dasMurren des Volks zu befürchten. Zu die-sen that er noch hinzu: Es sey jedermann be-kannt, daß man im Anfange zu Rom de»ttAdel und den Patriciern nicht Mehr Aeker,als den Bürgern vertheilet habe; dasVolk habe nur noch allererst die Güter derTarquiner unter sich vertheilet; es habe auchöfters eine ansehnliche Beute im Kriege ge-wacht. Nun sey es ja nicht billig, daß mandasselbe, wenn es alle diese Güter verpras-set, auf Unkosten dererjenigen, die klug undsparsam gelebet haben,schadlos stelle. Endlichmüßte man betrachten, daß die widerspen-stigen, und diejenigen, welche den gröstenLertn verursachten, nur Bürger aus denuntersten Classen sehen, welche mall in denTreffen gemeiniglich nur auf die Flügel, undhinter die Legionen stelle; und davon die