72 Geschichte der Staatöveränderungen
Schwachheit halten würden; und diese Gelin-digkeit würde bald neue Anfodcrnngen zeugen.Hingegen würde nichts so deutlich die Machtder Republik au den Lag legen, als einestrenge Gerechtigkeit, die man wider diejeni-gen gebrauchen würde, die durch ihr heim-liches Anstiften und durch ihren Ungehor-sam die Majestät des Raths verletzten.
Das Volk. das von alle dem, was in demRath vorgegangen, genaue Nachricht erhal-ten hatte, und von der verschiedenen Nei-gung beyder Bürgermeister unterrichtet war,gab dem Servilius eben so viel Lobsprüche,als es Flüche wider den Apprus ausfliest.Die schwierigsten geselleten sich zusammen;marr hielt bey Nacht an entfernten Ortenheimliche Zusammenkünfte; alles war in Be-wegung, als das Elend eines besondern Bür-gers das allgemeine Mißvergnügen offenba-rste, und eitlen allgemeinein Aufstand er-wekte.
T Livius, Ein gemeiner Bürger, der mit Ketten'' gebunden war, kam, und warf steh auf den»eL! öffentlichen Platz, als in eine Freystadt.stüt.b ei- Sein Kleid war ganz zerlumpet; er selbstnes sah blaß und elend aus. Ein grosser Bart,Schuld, i„rd unaekämmete, verworreue Haare,"" 6 . machten sein Ansehen rechtschaffen scheußlich.Dessen ungeachtet ward er erkannt; und ver-schiedene Personell erinnerten sich, denselbenbey den Kriegsheere,i gesehen zu haben, alser die Soldaten aiifünrete, und mit vielerHerzhaftigkeit stritt. Er selbst wies die Nar-ben