Aufruhrverschul-den we.gen.
74 Geschichte der Staatsveränderurigen
Das Volk, das bereits in Bewegung, unddurch eine so barbarische Mißhandlung ge-rühret ward, stieß tausend Flüche wider denAdel aus. Dieses Gerücht breitete sich in ei-nem Augenblik durch die ganze Stadt aus,und man kam von allen Seiten auf denPlatz herbey. Diejenigen, die sich um glei-cherUrsache willen in denFesseln ihrer Schuld-herren befanden, entrannen. Es stand nichtlange an, so ftelleten sich Häupter und An-hänger der Aufruhr ein. Man erkannteweiter kein Ansehen der Obrigkeit; und dieBürgermeister, die herbey kamen, um durchihre Gegenwart die Unordnung zu hemmen,wurden von dem rasenden Pöbel umringet,und fanden in dem Bürger weder Ehrerbie-tung noch Gehorsam mehr.
Avpius,der dem meistenVolke verhaßt war,würde gewiß beschimpft worden seyn, wenn ernicht vermittelst des Tumults entronnenwäre. Und obgleich Gervilius dem Volkeangenehmer war, mufte er dennoch sein Bür-germeifterliches Kleid abziehen; und ohne dasgeringste Zeichen seiner Würde in die Men-ge Hineindringen, dem Volke liebkosen, dieschwürigften umarmen, und dieselben mitweinenden Allgen beschwören, diese Unord-nung zu stillen. Derselbe machte sich anhei-schig, daß er den Rath ohne Verzug versamm-len wollte; und verhieß dem Volk, daß er indemselben sich mit eben demEifer,und mit ebender Zuneigung seiner annehmen wolle, als'ein gemeiner Bürger dasselbe immer würde