Band 
Erster Theil.
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8c> Geschichte der Staatsveränderungen

Seiten hat, wenig gilt. Ein offenbarerUngehorsam, der wenig von einem Aufstan-de unterschieden war, setzte den Rath, dersich ausserordentlich versammlete, noch mehrin Sorgen. T. Largius, welchen wir alsDictator gesehen haben, eröfnete zuerst seineMeinung. Dieser alte Rathsherr, den sei-ne Klugheit nicht minder, als seine Stand-haftigkeit, ehrwürdig machte, sagte: Erse-he mit grossem Schmerzen, daß Rom gleich-sam in zwo Nationen vertheilet sey, und gleich-sam zwey Städte ausmache. Die erste seyvoll Reichthum und Hochmuth, und die letz-te voll Elend und Aufruhr. Man werdein der einen, wie in der andern, wederGerechtigkeit, noch Ehre, noch Wohlstandgewahr. Der Trotz der Grossen sey nichtminder häßlich, als der Ungehorsam desgemeinen Volks. Inzwischen müsse er be-kennen, daß er zum voraus sehe, daß dieäusserste Armuth des Volks den Säumen derZweytracht stets unterhalten würde; er glau-be auch nicht, daß man den Frieden und dieEintracht zwischen diesen bchden Ständenauf eine andere Weise jemals wiederum her-stellen könne, als durch eine gänzliche Zer-nichtung aller Schulden.

Andere Rathsherren waren der Meinung:man solle diese Gnade einzig und allein den-jenigen vorbehalten, welche in den letztenKriegen der Republik mit Nutzen gedienethaben; und ftelleten vor, daß es eine Sa-che sey, die denselben mit Recht gebührete,