188 Geschichte der Staatsveränderunzen
Antium verfcbliessm mußten: Er vergalt ih-nen so gar ihre Feindseligkeiten/ und wäh-rend daß er die Stadtthore durch die Forchtseiner Waffen / und das Schreken seines Na-mens, (sozusagen) versiegelt hielt; soschuit-ten seine Soldaten hinwiederum alles Fut-ter und alles Geträyde ab, und sammeltendie Früchte mit dem Degen in der Faust ein.Coriolan verwilligte denselben um keiner an-dern Ursach willen, dieses Geträyde zu be-baken, als damit er ihnen helfen möchte, ih-re Weiber und ihre Kinder zu ernähren, unddurch ihr Beyspiel die übrigen Bürgeraufzumuntern, ihren nöthigen Unterhaltauf eine eben so großmüthige Art, so garauf dem Boden ihrer Feinde zu suchen.
Doch diejenigen von dem Volk, die keinenAntheil an diesem Heerszuge genommen hat-ten, konnten nicht anders, als mit einerheimlichen Eifersucht sehen, wie die Solda-ten des Coriolans mit Geträyde beladen,in Rom einzogen. Decius, der diese ver-borgenen Regungen wahrnahm, faßte so-gleich den Entschluß, sich dieselben zu Nutz zumachen; er zweifelte auch nicht, diese überdaß Glük ihrer Nachbarn eifersüchtige Bür-ger würden ihre Einwilligung gerne geben,daß man dem Coriolan eine großmüthigeThat zum Verbrechen deute, woran siekein Antheil hatten.
Dieser Zunftmeister, der von Natur einenfeurigen und ansgcwekten Geist hatte, frag-te daher den Coriolan ganz dreiste: Ob er
denn