240 Geschichte der Staatsveränderungen
den Ländern zogen. Die Patricier, diesich derselben bemächtiget, hatten sie mitMauern umgeben. Man hatte Gebäudedarin« aufgeführet; eine grosse AnzahlSclaven, (die man aus den Kriegsgefange-nen genommen hatte) macheteu dieselben aufRechnung der Grossen der Stadt Rom nutz-bar; und der Verfluß vieler Jahre bedektebereits diese unrechtmäßigeBesitzunaen. DieRathsherren und die Patricier hatten fastkeine andere Güter, als solche gemeine Län-der, die allgemach durch Erbschaft, durchTheilung, oder durch Käufe, in verschiede-ne Häuser gekommen waren.
Folge« So billig als demnach das Anbringen desdes An. Caßius zu seyn schien, konnte man dennochdassas dasselbe niemals zum Gesetz machen, ohnefius dem auf einmal den Rath und den fürnehmstenRath vor. Adel in die Armuth zu stürzen, und eine un-getragro. zählige Anzahl von Processen, (die sichwegen der Gewährleistungen in allen Ge-schlechtern von Rom würden angesponnenhaben) anzurichten. Dieses war die Ur-sache , warum die meisten Rathsherren mitvieler Hitze sich seiner Meinung widersetz-ten, und demselben, (ohne auf seine Wür-de Acht zu haben) seinen Hochmuth, seinenEhrgeitz und seine Begierde, stäts neueUnruhen in der Republik anzurichten, vor-warfen , und ihm ganz frey heraus sag-ten: daß er sich nicht als ein Bürgermeister,sondern als ein aufrührischer Zunftmeisterverhalte.
Laßius