Aufruhrdeü Vo,Icro.
T. LiviuS,D.i.B.r»
S72 Geschichte der Staatsveränderungen
Es ward eine geraume Zeitlang der Theilungder Lander nur weiter nicht gedacht. DieZunftmeister waren bestürzt; und der Rathwürde sein Ansehen vollends wieder erlangethaben, wenn er dasselbe in dieser Verände-rung nur nicht zu hoch hätte treiben wollen.
Es kam darauf an, eine Anzahl Kriegs-völker auf die Beine zu stellen, und Legio-nen anzuwerben, um auf den Feind loszu-gclM. Die Bürgermeister, die von idrenLictoren begleitet wurden, hielten gemeinig-lich ihr Gericht auf dem Platze. Und damitsie dem Volk ihre Macht rechtschaffen begreif-lich machen möchten, so belegten sie diejeni-gen Bürger, (welche nicht sogleich als sie ge-ködert worden, erschienen, um ihre Namenanzugeben) oft auf eine ungerechte Weisemit einer Geldstrafe; oder sie liessen diesel-ben sogar mit Ruthen peitschen. Eil» soscharfes Betragen fieng an, die Gemütherzu erbittern; und die ungerechte und gewalt-same Weise, nach welcher die Bürgermeistereinen Bürger, der zuvor Hauptmann gewe-sen, wollten einschretben lassen, machte, daßdas Mißvergnügen des Volks sich vollendsoffen barete.
Dieser Bürger, der sich Volero nennete,hatte sich durch seine Dapferkeit im Kriegehervorgethan, und jedermann hielt denselbenfür einen guten Soldaten. Indessen warder , seine geleisteten Dienste, und die Aemterungeachtet, die er bekleidet hatte, gefodert,um sich als ein gemeiner Soldat einschreiben