Band 
Erster Theil.
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»78 Geschichte der Staatsneranderungen

Richter, von der Unterwürfigkeit der Bür-germeister befrevete, und dre Macht desVolks, anfUirkostcn des Ansehens des Rathsvon neuem vermehrete. Hingegen setztenfich die Bürgermeister, der Rath, und über-haubt alle Patricier, demselben aus allenKräften entgegen. Sie ftelleten in unter-schiedenen Versammlungen, die um dieserUrsach willen gehalten wurden, vor: daßein so gefährliches Gesetz, ohne Verachtungder Götter, und alles dessen, was die Re-ligion am heiligsten habe, nicht könnte ange-nommen werden; daß es nicht allein dieBande zerreiße, welche die Bürger unter-einander verbänden; sondern noch überdiesalle Ordnung aufhebe, die dennoch so nöthigsey, den Frieden und die Eintracht unterden verschiedenen Ständen eines Staats zuerhalten. Beyde Partheyen behaupteten ih-re Anfodcrnngen mit gleicher Hitze; und die-ses Geschäft ward gleichsam der Zankapfelzwischen den beyden Ständen der Republik.Man gedachte nicht mehr an die Theilungder Länder. Es schien, als wenn die Ab-lichten und der Eigennutz der Grossen unddes Volks einzig und allein auf der Entschei-dung dieses Geschäfts beruheten; dessen Aus-schlag man dennoch nicht vorher sehen konnte.

Eine grausame Pest, die Stadt und Landverwüstete, unterbrach den Fortgang dieserStreitigkeiten. Denn da jeder seinen be-sondern Verlust und Schad n zu verhütentrachtete, und auf seine selbfteigene Erhal-tung