Vorbericht. V
mir mein Leticon eben so wie ein anderes Wèrterbuch vor. Man brauchtnâmlich solche Werke selten anders als blos ;um Anfschlagen. Findetman dm gesilchten Artikel an seinem Orte eingetragen, so ist man mit dcnìwas man volt ihm findet zuftieden, und achtet fur selbiges Mal alle ubri-gen Artikel nlcht.
Ich hatte in dem Laufe meiner Arbeit èftern Anlaas su bemerken, dafiauch die Kunstler, so wie alle ûbrigen Classe» der Mensche»/ in An ehungihres Ruhms ein sehr ungleiches Loos erfahren màssen. Ueberhaupt ge-wahrte ich, dafi diejenigen, welche an kleinenOrten fichansgehasten, obfie gleich nicht selten eben so grosse Talente als viele andre besassen, langennbemerkt blieben. Es kônnen denselben Gluks-und andre Un st'i.d:',Liebe zu ihrem Vaterlande, zu einer ruhigen Lebensart u. s. f. im Megegestanden ftyn, fich, durch Aufenthalt m grosse» Stádten, in der Weltfruhzeitig bekannt zu macherr. Verschiedene schone offentliche Gebánde,Statue», Gernàhlde u. s. f. in Provinzialstâdten, von beynahe ganz unbe-kannten Hânden verfertigt, beweisen dieses am befiten: Und es ist offen-bar, dafi dergleichen Kunstler, allés ubrige gleichgesezt, mehr Aufmerk-famkeit verdienen, als andre die ihre Talente ítt grossen Stádten ûben;wenn man in Erwegung ziehet, was diese fur Vortheile geniessen, da fiebestálldig die besten Mufter ihrer Kunst von Auge» haben, jene aber die-selben grôstentheils ganz entbehren mûssen. Kunstler, welche fich selbstin einem dieser Fàlle befinden, werden diese meine Bemerkung am befitenbegreifen. Man Hat sogar Beyspiele, dafi grosse Meister, wenn fie zufál-liger Weise genôthiget worden, fich einige Zeit an kleinenOrtenaufjuhal-ten, die Abnahme ihrer Kunst merklich verspurt haben.
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