Band 
[Band 2]
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VI

Vc> rbericht.

Auch glaube niemand/ dasi die neuere und altéré Kânstlergefchichte vol-lig erschôpft sey. Ebenbemedlte Mânner, -ie ihr ganzes Leben tn Pro-pinzen zugebracht, werden nur nachvnd nach, durch neu herauskommen-de^Beschreibungen kleinerer Stâdte/ und genauere Untersuchung ihrerKunstwerke entdekt. Allenthalben, auch in Italien selbst, sindet mannoch zu unsern Zeiten Spuren von áltern und nmm merkwsirdigen Kânst-lern, welche bisher unbernerkt geblieben sind. Man darf deswegen rnrvdie Sammlung von Mahlcrbriefen, welche zu Rom gedrnkt ist, durch-gehen, um hievon vôllig ûberzenget zu werden. Zahlreiche Kunstsamm-lungen kônnen diese Wahrheit noch mehr erlântern: Deun manches Kunst-stuk von einem unbekannten Meifter wird in berûhmten Gallerien mit demNamen eines grossen Mahlers getauft, nachher aber auch nicht seltcn derDetrug oder Jrrthnm entdekt.

Ein grosser Theil des gegenwârtigcu Suppléments bestehet in verbes-ftrten / vermehrten und ganz neuen Kupferstecherartikeln, auch in Anzei-gen von Kupferstichen, welche nach sehr vielen Knnstwerken bekannt sind,wodurch dieses Werk einen betrâchtlichen Zrrwachs an seinem schwáchstenTheile bekommen Hat. Basans Dictionaire hat«hierzu vieles beygetragen.Aber dieses Werk ist noch lange nicht hmlânglich, die Geschichte eines sowichtigen Theils der Kunst erforderlich zu erklâren, indem seine Artikelin hiftorischen Nachrichten sehr mager sind. Ein Engìánder Hat ein klei-ues Buch von Kupferstichen herausgegeben , worinn er uber die Werkeeiniger der bestm Meister ziemlich zuverlasiige, ôfters auch sehr gewagteUrtheile fállet; aber auch dieses Werkgen ist bey weitem nicht so vollftân-dig, als man es heut zu Tage vermuthen sollte. Die nâchstkonftige Mi-chaelismesie ltefert vielleicht etwas weit besseres von dieser Art.

Man