Hl. Buch. ». Capitel. s6i
einmal drey oder vier Krankheiten haben. Alsohat Boerhaave sehr wohl geschlossen, die Arzney-wissenschaft der Cnidier sey allein darum bestan-den , daß sie alles was vor der Krankheit wieder»fahren, ihren Fortgang und Ansgang , fleißig be-obachtet, ohne etwas weiters hieraus zu folgern,oder die Gattungen der Krankheiten in Arten zuvereinigen.
Aus diesem weitschweifigen lind verstandlosenFleisse entstunden unzählbare Gattungen und Na-men der Krankheiten. Gerad als wenn eineKrankheit immer einen andern Namen haben soll-te , wenn sie in einer Kleinigkeit von einer andernabgeht, die ihr in Absicht auf das wesentlichevollkommen gleich ist. Die inannigfaltigen Gat-tungen der Fieber, welche man in den Hippocra-tischen Schriften antrist, werden darum als Wer-ke der Cnidischen Aerzte betrachtet, und von denächten Hippocratischen Schriften billig unterschie-den. Galenus verwies eben diesen Fehler denEmpirikern, die aus Mangel einer Methode dieZal der Krankheiten bis ins unendliche vermehr-R; ten,