Band 
I. Theil.
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Lyr Von der Erfahrung.

Die Ehre der Aerzte und der Arzneykunstwürde befestigt, wenn man sich in seinen Urthei-len nicht übereilte, und wenn viele Aerzte mitRecht sagten, was ich nicht sagen kann, sie habensich niemals übereilt. In dem ersten halben Jah-re da ich Kranke zu besuchen anficng, kam inBern ein Mädgen zu mir, dem kurz vorher einheftiges Wechfclficbcr in seinen ersten Anfällen er-siiket worden, und daraufder Bauch aufschwoll;ich frug ob es schwanger sey, es schwur nur,daß es sich niemals berühren lassen, darum glaub-te ich auf eine Windsucht schließen zu dürfen ;aber kurz darauf endigte sich die Windsucht die.ses unberührten Mädgens in einen hübschen Sohn.Verschiedene in ihren Augen unendlich grosse undmir sehr wohl bekannte Aerzte sind einige male ma-jestätisch in diesen lächerlichen Irthum gestolpert.Sogar Drelincourt, Professor der Anatomie inLcydcn, entschied eine wassersüchtige Jungfer feyschwanger, und Salzmann, Professor der Ana-tomie in Straßburg, eine schwangere Jungfersey wassersüchtig. Noch ganz neulich hielt man

die