m. Buch. 7. Capitel. ;75
in dcm Harne den er stillschweigend doch mit be-deutenden Blikcn auf den Tisch niedersczt, dieganze Geschichte eines Kranken und seiner Krank-heit lese. Diese abgeschickten Vorurtheile habenum so viel tiefere Wurzeln in schlechten Köpfengeschlagen, weil fie der Patriarch des Aberglau-bens Theophrastus Paracelsus gepredigt hat/ weilsie den Aberglauben begünstigen / weil sich Aerz-te finden d:e dumm genug sind diese Vorurtheilezu verfechten/ und besonders weil sie alt sind.
Dem Pöbel scheint es viel zu gemein / eineKrankheit durch die genaue Beobachtung allerUmstände zu kennen. Aber seinen ganzen Geistin einen Nachttopf einschränken / grenzt an daswunderbare. Es ist eine Freude anzusehen / wiedie Practici den Pöbel überreden / daß sie nichtnur alle Krankheiten aus dem Harne erkennen,sondern auch fast alle Krankheiten durch den Harnabtreiben, und wie sie darum alle Tage den Harnder Kranken mit einer täuschenden Hoheitsmienebetrachten, damit sie aus dem geringsten An-schein eines Bodensazes beweisen können, die Mit-Aa 4 tel