IV. Buch. I. Capitel. II
kcltcn , wankenden und ungewissen Grundsäzenschließt. Jenes geschieht in der Mathematik undzuweilen in der Physik ; dieses in der Staats-kunst, in der Kriegskunst und in der Arzncykunst.Die Begriffe fliesten in dem ersten Falle von selbst,sie werden in dem zweiten geschaffen. Man ge-langt darum zu den einen dieser Wissenschaftenund Künste geschwinder als zu den andern.
Der Preis der Arbeitsamkeit kommt mit denbeglükten Gaben der Natur in keine Verglei-chung. Alles was nur Gedächtnis und Fleißfodert, die Geschichte der natürlichen Körper undihrer Wirkungen und selbst in den Künsten dieunerheblichen Ncbcnuinstände, die lezte Ausfüh-rung eines Bildes, werden dem Genie abgerech-net weil man sie dem Meiste zuschreibt. DurchGedult und Arbeitsamkeit lernt man bald daskleine in der Mathematik, und auch endlich dasgrosse. Hingegen thut bey einer Kunst die sehroft auf blossen Wahrscheinlichkeiten ruht, undin welcher der gute Ausschlag von der Geschik-lichkeit abhängt den höchsten Grad dieser Wahr-schein-