IV. Buch. I. Capitel. i;
Genie nur dichterische Begriffe haben dem Genieabiäugnen , herrscht in dem Genie des Staats-manns. Ohne dieses Genie hätte einen Pich wieder Herr von Moser vortrefflich gesagt, die Weis-heit, die Gedult, die Geschmeidigkeit des Geistesnicht belebet / mit der er das Glas voll jährenderSäfte so eben trug, baß es nie überloff.
Die Fertigkeit mit einem Blike alle möglichenFälle zu fassen , das Beste nach der äusserstenWahrscheinlichkeit mit Besonnenheit zu sehen undfeuervoll zu thun, sind in einem Feldherrn vonder ersten Grösse das Werk des Genies. Eineallzukluge Langsamkeit und eine allzubehutsameWahl der Umstände «und der Zeit sind zuweilennicht unbcglükl/ aber sie sind auch oft die grösteHindernis des Glükcs,, das man plözlich ergreifenoder plözlich verlieren muß. Darum sagte derHerzog von Guise, wozu ich mich in einer Vier-telstunde nicht entschließe, dazu entschließe ichmich nicht in meinem ganzen Leben.
Man darf also gar nicht alt seyn um in ei-ner Kunst groß zu seyn die mehr Genie als Zeit
fodert-